Klärung und Bewältigung

Psychologische Beratung und Therapie wirken vor allem durch die Echtheit der Beziehung, d.h. durch die Fähigkeit des Therapeuten, die Befindlichkeit des Klienten zu erfassen, zu verstehen und darüber (wertschätzend, mitfühlend und klar) zu kommunizieren, sowie auf dessen Vertrauen in den Behandelnden und seine Vorgehensweise.“

Klärung

Damit etwas verändert werden kann, muss es identifiziert, begriffen und erlebbar gemacht werden.
Das Begreifen kann hierbei auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden; und zwar rein kognitiv, im emotionalen Erleben, auf körperlicher sowie in der konkreten Beziehungserfahrung mit dem Therapeuten, denn: Was „da draussen“ im Leben geschieht, wiederholt sich verlässlich in der therapeutischen Beziehung.

Begreifen kann auch bedeuten, sich auf die eigenen, oftmals unbewussten Quellen seines Seins einzustellen und die gefühlten untergründigen „Muster“ und Wiederholungen, die eigenen Intuitionen oder die eigenen Träume (endlich) ernst zu nehmen und sich „vom Herzen“ leiten zu lassen anstatt vom „Kopf“.

Im Zusammenspiel von „Kopf“ (Bewusstsein, Verstand) und „Herz“ (Seele, Gefühl und Intuition) liegt das Heilungspotenzial.

Bewältigung

Zu einer tiefer greifenden Besserung kommt es erst, wenn sich in der zweiten Phase der Behandlung fühlbare Veränderungen vollziehen. Das kann bedeuten, ein neues erwünschtes Verhalten einzuüben (bspw. Angsteexposition und danach sich im öffentlichen Raum wieder freier bewegen können) oder wenn aus der Auseinandersetzung mit den eigenen unbewussten Anteilen neue hilfreiche Beziehungserfahrungen entstehen.  Die ehrliche Auseinandersetzung mit sich bringt nicht nur Schwierigkeiten (diese zu Beginn aber auch, weil man sich endlich seinen ungeliebten oder verdrängten Seiten stellt) sondern das Ziel ist natürlich, wieder Freude zu erfahren und das Leben auszukosten.